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Ich hatte keine konkrete Erwartung, als ich an diesem Abend zur Tafel.Runde in Wismar gegangen bin.

Vielleicht war genau das gut so.

Die TAFEL.RUNDE im Format 01 – das wurde mir vorher gesagt – sei offen. Kein festes Thema, kein Ablauf, an dem man sich entlanghangeln muss. Eher ein Raum. Und die Menschen darin bestimmen, was daraus wird.

Das klang einerseits leicht. Und gleichzeitig auch ein bisschen ungewohnt.

Als ich ankam, war es genau so: kein Programm, das abgearbeitet werden wollte. Kein „Jetzt stellen wir uns alle der Reihe nach vor“. Stattdessen ein Tisch, ein paar Gespräche, die schon leise begonnen hatten, und dieses Gefühl, dass man sich einfach dazusetzen darf.

Ich habe mich dazu gesetzt.

Und erst einmal zugehört.

Was mich überrascht hat: Es brauchte keine Moderation, damit etwas entsteht. Die Gespräche fanden ihren eigenen Weg. Mal zwischen zwei Menschen, mal über den ganzen Tisch hinweg. Themen kamen und gingen, ohne dass jemand sie festhalten oder bewerten musste.

Es war kein Netzwerken im üblichen Sinn.
Eher ein vorsichtiges Annähern.

Man spürt, dass hier nichts erzwungen wird. Wer sprechen möchte, spricht. Wer zuhört, hört zu. Und beides ist gleichwertig.

Irgendwann bin ich selbst Teil eines Gesprächs geworden. Ganz beiläufig. Ein Satz, eine Nachfrage, ein gemeinsames Weiterdenken. Kein großer Moment – aber genau darin lag etwas Besonderes.

Niemand musste sich darstellen.
Niemand musste überzeugen.

Und vielleicht ist genau das die Qualität dieses Formats.

Dass es Raum lässt.
Für Gedanken, die noch nicht fertig sind.
Für Begegnungen, die nicht sofort ein Ziel haben.
Für Gespräche, die einfach entstehen dürfen.

Als ich später nach draußen ging, hatte ich nicht das Gefühl, „an einer Veranstaltung teilgenommen“ zu haben.

Eher, dass ich für ein paar Stunden Teil von etwas war, das man nicht planen kann.

Ein Tisch.
Ein paar Menschen.
Und die Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen.

Manchmal reicht das.